Silberschmuck richtig reinigen
Schmuck aus Silber gilt als zeitloser Klassiker, der in vielen Ländern und Kulturkreisen rund um den Globus seit Jahrtausenden angefertigt und getragen wird. Als elegante und preiswerte Alternative hat Silberschmuck allerdings den Nachteil, dass er sich nach einiger Zeit schwarz verfärbt und nicht mehr glänzt. Um an Ketten, Ringen und sonstigen Schmuckstücken aus Silber so lange wie möglich Freude zu haben, sollten sie sorgsam behandelt sowie hin und wieder gründlich gereinigt werden.
Warum oxidiert Silber?
Bereits seit dem fünften Jahrtausend vor Christi wird Silber als Edelmetall verarbeitet und beispielsweise von den Griechen und Römern zur Herstellung von Waffen oder Schmuck genutzt. Aus der Antike ist bekannt, dass erstmalig die Einwohner Ägyptens Silber Mondmetall nannten – eine heutzutage geläufige Bezeichnung. Silber wird in einer Legierung mit Kupfer zu Schmuck verarbeitet, da es im reinen Zustand als Schmuckmaterial zu weich ist. Schwefelverbindungen und der Schwefelwasserstoff in der Luft greifen das empfindliche Material an. Es oxidiert zu Silbersulfid und verfärbt sich mit der Zeit gelb oder schwarz. Zwar läuft moderner Silberschmuck dank spezieller Behandlungen bei der Fertigung nicht mehr so schnell an, doch an den meisten Ketten, Ringen und Armreifen aus Silber Mondmetall geht auch heute die Zeit nicht spurlos vorbei.
Um das Anlaufen von Silberschmuck nicht auch noch zu begünstigen, sollte beim Tragen einiges beachtet werden. Ob die Oxidation des empfindlichen Mondmetalls durch Schweißabsonderungen begünstigt wird, ist wissenschaftlich umstritten. Vermeiden Sie jedoch vorsichtshalber, Ihre Schmuckstücke aus Silber beim Sport, in der Sauna oder beim Schlafen zu tragen. Auch Make-Up, Haarspray und ähnliche Substanzen können die Legierung angreifen. Deswegen: erst stylen, dann Schmuck anlegen.
Um die Oxidation der Silberlegierung zu verhindern, sollten die kostbaren Schmuckstücke möglichst dunkel und luftdicht in kleinen Beuteln oder Schachteln aufbewahrt werden. Extra-Tipp: durch Hinzugabe von Alufolie oder Schulkreide wird der Oxydationsprozess zusätzlich verlangsamt.
Schonende Reinigung von Silber
Auch bei sorgsamer Aufbewahrung sollten Schmuckstücke aus Silber gelegentlich gereinigt werden. Vermeiden Sie auch bei stärkerer Verschmutzung scharfe und aggressive Reinigungsmittel. Schmuckstücke mit polierter Oberfläche lassen sich bei leichter Verschmutzung am besten mit einem speziellen Reinigungstuch für Silber zu neuem Glanz verhelfen. Ein sogenanntes Sibertauchbad ist bei stärkeren Verschmutzungen sinnvoll. Im Reinigungsbad werden all jene Stellen gründlich gesäubert, die mit dem Reinigungstuch nicht erreichbar sind. Schwerwiegenden Verschmutzungen lässt sich am besten mit einer Reinigungspaste für Silber zu Leibe rücken, die mit einem feuchten Schwamm so lange verrieben wird, bis alle betroffenen Stellen wieder strahlen.
Aus Großmutters Zeiten sind daneben eine ganze Reihe von Haushaltstricks bekannt, mit denen Silberschmuck schnell von unschönen Verfärbungen befreit werden kann. Groben Silberschmuck sollte man beispielsweise mit einer rohen Kartoffel einreiben, bei feineren Stücken aus Silber/Mondmetall kann ein Bad in saurer Milch wahre Wunder bewirken.